Zentrale Datenbanken wie SCHUFA, OASIS oder LUGAS wissen mehr über Sie, als Ihnen vermutlich bewusst ist. Ein Handyvertrag, eine offene Rechnung oder ein Abend im Online-Casino können genügen, um dort Spuren zu hinterlassen.
Welche Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen darf und wann sie wieder verschwinden – ein Überblick.
SCHUFA: Das Gedächtnis der Kreditwirtschaft
Die SCHUFA führt Daten zu rund 68 Millionen Menschen in Deutschland. Gespeichert werden unter anderem Name, Geburtsdatum und Anschriften sowie Informationen zu Girokonten, Kreditkarten, Krediten, Leasing- und Mobilfunkverträgen. Hinzu kommen Zahlungsstörungen, etwa offene Rechnungen, die trotz Mahnung nicht beglichen wurden.
Einkommen, Vermögen oder Familienstand kennt die SCHUFA dagegen nicht. Erledigte Zahlungsstörungen bleiben grundsätzlich drei Jahre gespeichert. Seit 2025 gibt es unter bestimmten Voraussetzungen eine Abkürzung: Wer eine einmalige Zahlungsstörung innerhalb von 100 Tagen begleicht und keine weiteren Negativmerkmale hinzukommen, kann den Eintrag bereits nach 18 Monaten löschen lassen.
OASIS: Die bundesweite Spielersperre
OASIS steht für „Onlineabfrage Spielerstatus“ und ist die zentrale Sperrdatei für Glücksspiel in Deutschland. Geführt wird sie vom Regierungspräsidium Darmstadt. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gilt eine Sperre bundesweit – in Spielhallen, Spielbanken, bei Sportwetten und bei Online-Glücksspielangeboten mit deutscher Erlaubnis.
Gespeichert werden unter anderem Name, Geburtsdatum, Anschrift sowie Informationen zu Beginn, Dauer und Art der Sperre. Glücksspielanbieter erhalten dabei nicht die vollständigen persönlichen Daten aus der Sperrdatei. Bei der Abfrage wird lediglich angezeigt, ob eine Person gesperrt ist.
Auch Banken und die SCHUFA haben keinen Zugriff auf die OASIS-Daten.
Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, eine Fremdsperre mindestens ein Jahr. Eine Sperre endet nicht automatisch: Für ihre Aufhebung ist ein entsprechender Antrag erforderlich.
Angeschlossen sind grundsätzlich Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Wer nach einem Online Casino ohne OASIS Datei sucht, landet deshalb häufig bei Plattformen mit einer Lizenz aus dem Ausland, etwa Malta oder Curaçao. Solche Anbieter sind nicht an das deutsche OASIS-Sperrsystem angeschlossen.
LUGAS: Das Limit im Hintergrund
LUGAS, das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem, arbeitet leiser, aber nicht weniger konsequent. Es unterstützt die Überwachung der anbieterübergreifenden Spiel- und Einzahlungslimits bei legalen Online-Glücksspielangeboten. Das grundsätzlich geltende Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Kalendermonat, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen erhöht werden.
LUGAS erfasst außerdem Informationen über paralleles Spielen bei mehreren Anbietern. Damit soll verhindert werden, dass Spieler gleichzeitig bei verschiedenen Online-Glücksspielangeboten spielen und dabei Schutzmechanismen umgehen.
HIS, CRIF & Co.: Die stillen Mitspieler
Neben der SCHUFA sammeln weitere Auskunfteien wie CRIF oder Boniversum Daten zur Kreditwürdigkeit. Versicherer wiederum nutzen das HIS, das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft, um bestimmte Informationen zu Versicherungsrisiken und Schadenfällen zu speichern.
Wer beispielsweise ungewöhnlich viele Kfz-Schäden meldet, kann dort entsprechende Hinweise hinterlassen – allerdings gelten auch hier klare Regeln dafür, welche Informationen gespeichert werden dürfen und wie lange sie vorgehalten werden.
So erfahren Sie, was über Sie gespeichert ist
Raten müssen Sie nicht. Nach Artikel 15 DSGVO haben Sie grundsätzlich das Recht, kostenlos Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten zu verlangen. Bei der SCHUFA heißt diese Auskunft „Datenkopie“. Den eigenen Sperrstatus bei OASIS können Betroffene beim Regierungspräsidium Darmstadt erfragen.
Ein Blick in die eigenen Einträge lohnt sich: Sind Daten nachweislich falsch oder unzulässig gespeichert, können Betroffene deren Berichtigung oder unter bestimmten Voraussetzungen Löschung verlangen.
